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Telekommunikationsunternehmen müssen sich für eine Richtung bei der Infrastruktur selbstfahrender Fahrzeuge entscheiden

Eric LeCalvez •

Vernetzte Fahrzeuge sind eine große Chance für die Telekommunikationsbranche, die hohen Investitionen in 5G-Netzwerke wieder wettzumachen.

Derzeit wird viel darüber spekuliert, ob 5G im Zusammenhang mit selbstfahrenden Fahrzeugen eine zentrale Rolle spielen wird. Verpassen Telekommunikationsunternehmen hier eventuell eine riesige Geschäftschance?

Vernetzte Fahrzeuge sind zunehmend auf unseren Straßen unterwegs, aber benötigen sie auch ein 5G-Netzwerk?

Laut Gartner werden bis 2020 rund 250 Millionen vernetzte Fahrzeuge über unsere Straßen rollen. Dabei mag es sich zwar nicht um selbstfahrende Autos handeln, wie man sie aus Science-Fiction-Filmen kennt, doch zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wird es sicherlich einige automatisierte Fahrprozesse, Infotainment und Telematik geben.

Dass vernetzten Fahrzeugen die Zukunft gehört, ist im Grunde unbestritten. Es wird allerdings eine rege Debatte darüber geführt, in welcher Form diese selbstfahrenden Fahrzeuge miteinander und der umliegenden Infrastruktur kommunizieren sollen.

Auf der einen Seite stehen Autohersteller wie Renault, Toyota und Hyundai, die eine Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation (vehicle-to-vehicle, V2V) bevorzugen. Dabei handelt es sich um eine Nahbereichstechnologie mit einem dedizierten Frequenzspektrum für die Kommunikation zwischen verschiedenen Fahrzeugen. Befürworter dieser Technologie führen an, dass dieses Konzept bereits umsetzbar ist, die Einführung von Fahrzeugen mit vernetzten Sicherheitsfunktionen also jederzeit möglich wäre.

Auf der anderen Seite stehen die Telekommunikationsunternehmen, neben Autoherstellern wie Volkswagen und BMW. Diese bevorzugen ein Zellennetz mit großer Reichweite, in dem sich Fahrzeuge das Netz mit Mobiltelefonen und anderem Datenverkehr teilen.

Für die Telekommunikationsanbieter birgt diese Option natürlich enormes Potenzial. Wie bereits erwähnt, erfordern 5G-Netzwerke sehr hohe Investitionen und Telekommunikationsunternehmen benötigen daher eine effektive Monetisierungsstrategie.

Es gibt dabei mehr Argumente für Mobilfunkverbindungen mit großer Reichweite als das bloße „Ausschöpfen der Netzwerkkapazität“. Um die Hintergründe zu verstehen, müssen wir uns die Anwendungsfälle vernetzter Fahrzeuge etwas genauer anschauen.

Mit V2V können Fahrzeuge untereinander kommunizieren und der Verkehr dadurch stark verdichtet werden – Fahrmanöver werden zwischen den Fahrzeugen synchronisiert und Unfälle so vermieden. Andere verfolgen ehrgeizigere Ziele und möchten, dass Fahrzeuge auch mit umliegenden Infrastrukturen und sogar mit Fußgängern kommunizieren können. Dies eröffnet ganz neue Möglichkeiten, wie Automatisierung zu weniger Verletzungen und Todesfällen im Straßenverkehr beitragen kann. Außerdem kann der Verkehrsfluss optimiert werden, indem in Fahrzeugnetzwerken die am wenigsten befahrenen Strecken gesucht werden.

Hier wird also jeweils das Ziel verfolgt, das Fahrzeug praktisch vollständig zu vernetzen (vehicle-to-everything, V2X). Die Umsetzung dieser Funktionen hängt von der Einrichtung von 5G-Mobilfunknetzwerken ab. V2X ist gegenüber V2V zwar langsamer, stellt aber einen ganzheitlich geprägten Ansatz für ein intelligenteres, sicheres Straßensystem dar.

Und der Kompromiss?

Diesen Herbst wird die Europäische Kommission voraussichtlich bekanntgeben, welche Technologie sie für die Vernetzung von Fahrzeugen bevorzugt. Bislang betonen die Entscheidungsträger, dass die Gesetzgebung keine der Technologien bevorzugen wird: Hersteller werden verpflichtet, mit WLAN und 5G kompatible Systeme zur Verfügung zu stellen.

Teile der Telekommunikationsbranche sind dennoch besorgt, dass im Gesetz WLAN der Vorzug gegeben wird. Sie äußern daher Bedenken, dass dadurch ein wesentlicher Anreiz für Investitionen in die 5G-Technologie verloren ginge. Da jedoch die höher gesteckten Ziele der V2X-Variante von vielen führenden Fahrzeugherstellern sowie Telekommunikationsunternehmen befürwortet werden, scheint letztlich kein Weg an 5G vorbei zu führen.

Telekommunikationsunternehmen werden schnell und entschlossen vorgehen müssen, wenn sie sich die Chance, die das Thema selbstfahrende Fahrzeuge bietet, nicht entgehen lassen wollen. Die neuen Anwendungsfälle können allerdings nur umgesetzt werden, wenn entsprechende Infrastrukturen vorhanden sind. Daher wird es stark auf die Verantwortlichen von IT-Anlagen und Rechenzentren ankommen, wenn sich Telekommunikationsunternehmen als zentrale Akteure im Bereich vernetzter Automobile positionieren möchten.

Bei V2X-vernetzten Fahrzeugen können von der Bereitstellung des Netzwerks sowie den dafür nötigen Rechenzentren buchstäblich Menschenleben abhängen (siehe auch den von Vertiv definierten entsprechenden Edge-Archetypen). Insofern müssen Telekommunikationsanbieter, die in das Geschäft mit vernetzten Fahrzeugen einsteigen möchten, ein Netz aus kritischen Infrastrukturen aufbauen, um die Versprechen im Zusammenhang mit V2X einhalten zu können. Für Anlagenmanager, die alle für diese Entwicklung nötigen Infrastrukturen bereitstellen müssen, kommt es dann vor allem auf Folgendes an:

Reduzierung der Latenz im 5G-Netzwerk

V2X soll die automatische Reaktion auf Risikosituationen ermöglichen und damit zur Verringerung von Unfällen, Verletzten und Todesfällen im Straßenverkehr beitragen. Wenn das Netzwerk im entscheidenden Moment jedoch nicht schnell genug reagiert, können diese Systeme nicht wie gewünscht funktionieren und Leben stehen auf dem Spiel. Glücklicherweise ist geringe Latenz eines der Hauptargumente für das 5G-Netzwerk. Allerdings müssen Telekommunikationsunternehmen die Datenverarbeitung noch enger mit der Straßeninfrastruktur vernetzen – derzeit gibt es hier noch zahlreiche „blinde Flecken“. Möglich wäre dies durch ein Netzwerk aus Edge-Rechenzentren.

Datensicherheit

Auch hinsichtlich der Datensicherheit gibt es noch große Bedenken, da jedes vernetzte Fahrzeug einen neuen Endpunkt darstellt, der für Netzwerkbedrohungen anfällig sein könnte. Daher müssen vernetzte Fahrzeuge vor Hackern und Malware geschützt werden. In Europa hat die 5G Infrastructure Public Private Partnership (5GPPP) die Empfehlung ausgesprochen, dass Telekommunikationsunternehmen zum Schutz vor diesen Bedrohungen in standardisierte Sicherheitstechnologien investieren, etwa Network Slicing, Mikrosegmentierung und MTC Space.

Datenauswertung

Das Sammeln und Analysieren der Daten von selbstfahrenden Fahrzeugen wird für den Sektor von entscheidender Bedeutung sein. Für Hersteller werden laut dem CEO von Ford, Mark Fields, die daraus gewonnen Erkenntnisse dazu beitragen, dass die Kundenerfahrung von Grund auf neu gestaltet und neue Dienstleistungen angeboten werden können. Örtliche Regierungen können mithilfe der Daten den Verkehrsfluss und die Sicherheit verbessern.

Die mit vernetzten PKWs verbundenen deutlich höheren Rechen- und Speicheranforderungen erfordern eine entsprechende Infrastruktur in Form von Rechenzentren. Angefangen bei Gleich- und Wechselstromversorgung über Server, Racks, Switches, Speicher, Stromversorgung, Kühlung bis hin zur Fernverwaltung: Alle Bestandteile des Rechenzentrums müssen optimal und mit voller Kapazität funktionieren, damit eine aussagekräftige Auswertung der Daten erfolgen kann – zum Großteil in Echtzeit. Sowohl Telekommunikations- als auch Datenverarbeitungsfunktionen müssen in einem möglichst eng vernetzten Paket bereitgestellt werden, um den Anforderungen der derzeit von Telekommunikationsanbietern belegten Standorte zu entsprechen und diese in die bestehende Netzwerklandschaft zu integrieren.

Angesichts der 5G-Netzwerke ist der Bereich der vernetzten Fahrzeuge für Telekommunikationsunternehmen bei ihrer Suche nach neuen Umsatzquellen und ihrem Bestreben, nicht nur als Datenkanal von Bedeutung zu sein, mit großen Marktchancen verbunden. Dabei sind große Chancen aber auch mit großer Verantwortung verbunden. Noch nie waren Infrastrukturen kritischer, weshalb es bei dieser Entwicklung vor allem auf I&O-Teams ankommen wird.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Vertiv Telekommunikationsunternehmen an ihren Netzwerk-, Zugriffs- und Core-Standorten auf der ganzen Welt unterstützt, können Sie mich gerne kontaktieren.

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